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Ergebnisse der Integrationskurse ernüchternd

BAG EJSA Presseinfo 6.3.06

Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit

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Evangelische Jugendsozialarbeit fordert mehr Stunden und jugendspezifische Integrationskurse

Stuttgart, 06.03.06: Die Ergebnisse der Integrationskurse, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge jetzt bekannt gegeben hat, sind ernüchternd. "Wenn bei einer weiterführenden Schule nur ca. 10% der SchülerInnen zum Abschluss gemeldet und nur 7% aller SchülerInnen den Abschluss bestehen würden, dann würde es einen Aufschrei in Deutschland geben", sagt Michael Fähndrich, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA). "Nicht so bei MigrantInnen, AussiedlerInnen und jugendlichen Zugewanderten".

Seit dem 01. Januar 2005 werden die so genannten Integrationskurse bestehend aus 600 Stunden Sprachkurs und 30 Stunden Orientierungskurs nun durchgeführt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat in seiner Publikation "Blickpunkt Integration", Ausgabe 01/2006 mitgeteilt, dass 115.158 TeilnehmerInnen an den Integrationskurse im Jahr 2005 teilgenommen hatten. Als Erfolg wurde bewertet, dass 12.000 die Sprachprüfung "Zertifikat Deutsch" absolvierten. Davon haben 70 % das Zertifikat erhalten, allerdings sind das nur ca. 7 % aller Integrationskursteilnehmenden.

Besonders die jugendlichen IntegrationskursteilnehmerInnen haben bei solchen Zahlen keine wirkliche Chance in der Gesellschaft angenommen zu werden und an der Gesellschaft teilhaben zu können.

Das "Zertifikat Deutsch" ist nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (kurz GER, weitere Informationen unter www.goethe.de) das Niveau, welches zur selbstständigen Sprachverwendung reichen soll. AbsolventInnen können die Hauptpunkte eines Gesprächs verstehen, "wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. Sie können die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet. Sie können sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern und über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben."(Zitat GER)

Um jungen Migrantinnen und Migranten wirklich eine Chance zu geben, fordert die BAG EJSA, die Stundenzahlen zu erhöhen und Jugendintegrationskurse einzurichten. Konzeptideen gibt es schon, doch bisher scheiterten diese an der Beschränkung der Kursangebote auf 630 Stunden und an fehlenden Finanzmitteln.

"Angesichts dieser Ergebnisse muss die derzeitige Konzeption der Integrationskurse überprüft werden", fordert Michael Fähndrich. "Wir bringen gerne unser Know-how von über 130 evangelischen Integrationssprachkursträgern in die Konzeptionierung ein. Nur sollten wir schnell gegensteuern, damit die Jugendlichen und die erwachsenen TeilnehmerInnen wirkliche Chancen haben, in Deutschland anzukommen."

 




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