beraten - begleiten - bilden

473 Jugendmigrationsdienste in Deutschland

Parlamentarierin besucht JMD Gelsenkirchen

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Irene Mihalic (Grüne) informierte sich im Februar über die vielfältigen Aufgaben des Jugendmigrationsdienstes.

Die Parlamentarierin hatte sich angekündigt, um sich eingehend über die Arbeit und Angebote des JMD zu informieren. Sie folgte damit den Bundestagsmitgliedern Markus Töns (SPD) und Oliver Wittke (CDU), die bereits im vergangenen Jahr vor Ort waren. 

Hintergrund der Besuche ist der Koalitionsvertrag vom März 2018, der eine „teilhabeorientierte Gesellschaftspolitik für alle Menschen – mit und ohne Migrationshintergrund“ fordert. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Jugendmigrationsdienste sowie Zugangsmöglichkeiten und Beteiligungschancen bei

zivilgesellschaftlichem Engagement auch für Migrationsorganisationen gestärkt werden. Um in den Haushaltsdebatten die Forderungen aus dem Koalitionsvertrag zu stärken, machte Mihalic deutlich, wie wichtig solche Besuche für die Entscheidungsträgerinnen und -träger sind. Sie sind auf Informationen aus den Einrichtungen angewiesen, die die Mittel bekommen werden. Begleitet wurde Mihalic von ihrem Praktikanten Mohamad Akkour, der selbst die Beratung durch den JMD Gelsenkirchen erfahren hat.

 

Zukunftsperspektiven für Jugendliche

Das Team des Jugendmigrationsdienstes in Gelsenkirchen, der zu den Beratungsdiensten des Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e. V. gehört, hat im vergangenen Jahr insgesamt 579 zugewanderte Jugendliche in ihrem Integrationsprozess begleitet. Die Zahl gibt die Anzahl der Klientinnen und Klienten wieder, die Kontakthäufigkeit mit jedem einzelnen ist natürlich viel höher. Gemeinsam mit den Jugendlichen wird im Rahmen des Case Managements ein individueller Integrationsförderplan mit einer Perspektive für die Zukunft entwickelt, der sich an den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen orientiert und diese fördert. 

„Eines unserer Hauptanliegen ist es, den Jugendlichen den Zugang zu einer guten Ausbildung zu ermöglichen“, so eine JMD-Mitarbeiterin. „Einige Jugendliche besuchen das Weiterbildungskolleg mit dem Ziel, einen höhen Schulabschluss zu erwerben. Weitere sind bereits in einer Ausbildung oder einem Studium.“ Das Team des JMD unterstützt hier vor allem bei bürokratischen Hürden. „Neben der Bürokratie sind leider immer noch die unzureichenden Nachhilfeangebote – gerade im Hinblick auf die Sprachförderung – ein großes Problem“.

Einladung in den Bundestag

Irene Mihalic wollte sich vor Ort ein Bild der Arbeit machen und auch mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Sie brachte bereits einen guten Überblick über die Situation mit und zeigte viel Verständnis für die Herausforderungen, denen sich die Mitarbeitenden des JMD jeden Tag im Umgang mit den Klienten, aber auch mit Netzwerkpartnern gegenübersehen. Anhand vieler Praxisbeispiele stellten die Mitarbeiterinnen dar, welche Hürden die jungen Migrantinnen und Migranten haben, z. B. bei der Anerkennung ihrer Schulabschlüsse. Mihalic lobte die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen und bedankte sich dafür, dass der JMD den jungen Menschen gute Startbedingungen in ihrer neuen Heimat Gelsenkirchen geben kann. Im Mai 2019 werden 14 Jugendliche und zwei Mitarbeiterinnen einer Einladung der Abgeordneten in den Bundestag folgen.

 

Text: Jutta Tappe, Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid/Servicebüro Jugendmigrationsdienste
Bild: Cornelia Fischer