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457 Jugendmigrationsdienste in Deutschland

Modellprojekt "Jugendmigrationsdienst im Quartier"

Zur Stärkung von Jugendlichen in sozial benachteiligten Quartieren

Im Modellprojekt Jugendmigrationsdienst im Quartier wird an 16 Modellstandorten erprobt, wie die Lebenssituation und -welten der BewohnerInnen verbessert und das soziale Zusammenleben gestärkt werden kann. Die Modellstandorte befinden sich in aktuellen bzw. ehemaligen Gebieten der Sozialen Stadt und sind in bestehenden JMD eingerichtet.  Im Rahmen des Modellprojekts sollen strukturelle Veränderungsprozesse angestoßen sowie Zugangsbarrieren zu sozialen Diensten und zu Angeboten im Quartier identifiziert und abgebaut werden.

Mit JMD im Quartier können junge Menschen in gemeinsamen Aktivitäten mit anderen BewohnerInnen das Quartier und das Zusammenleben mitgestalten - und verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung kennenlernen und ausprobieren. In Kooperation zwischen Jugendmigrationsdiensten, Quartiersentwicklung und weiteren Akteuren im Quartier werden Mikroprojekte mit den jungen TeilnehmerInnen entwickelt und umgesetzt. Zu den Maßnahmen gehören zum Beispiel eine Fahrradwerkstatt mit einem Künstlerkollektiv, eine quartiersübergreifende Jugend-Konferenz oder Workshops zum interreligiösen Dialog mit verschiedenen Glaubensgemeinschaften im Quartier.

Das Modellprojekt wird von Juli 2017 bis Dezember 2021 durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und das Bundesjugendministerium (BMFSFJ) gefördert und ist Teil der Ressortübergreifenden Strategie Soziale Stadt.

Die JMD-Standorte im Modellprojekt

Auftakttreffen der Standorte

Beim Auftakttreffen zum Projekt „Jugendmigrationsdienst im Quartier“ in Kassel stimmten sich alle Beteiligten am 5. und 6. März 2018 auf die fast vierjährige Projektlaufzeit ein und tauschten erste Erfahrungen aus.

Stadtplaner Dr. Konrad Hummel aus Mannheim machte in seinem Impulsvortrag Spannungsfelder zwischen Quartiersentwicklung, interkultureller Arbeit und den fünf Megatrends der Städte aus. Er hob hervor, wie wichtig die funktionierende Stadtverwaltung und die integrierte Stadtentwicklung für das Modellprojekt sei, schaute auf die vielfältigen Zielgruppen und brachte etwas Demut ein: Sich als kleines Projekt nicht zu viel vorzunehmen, dabei die Zielgruppe als Jugendliche mit ihren altersspezifischen Bedürfnissen zu verstehen und sie dabei zu unterstützen, für sich zu sprechen. Die MitarbeiterInnen präsentierten „ihre“ Quartiere mit Karten und Fakten und berichteten über geplante Mikroprojekte. Zwei Beispiele aus Frankfurt und Berlin:

- Das Frankfurter Gallusviertel ist ein lebendiger, wachsender Stadtteil. Die MitarbeiterInnen setzen vor allem auf kulturelle Angebote: Mit einer Workshopreihe finden junge Frauen und ihre Mütter über Tanz und Gesang zueinander und etablieren einen neuen Ort zum Austausch. Mit einem Videoprojekt können die Teilnehmenden ihr Quartier erkunden und lernen dabei Videodreh und -schnitt.
- Die Berliner KollegInnen starteten ihre ersten Monate mit viel Netzwerkarbeit im Quartier Moabit-West. Sie wollen bestehende Initiativen unterstützen, damit sie zu Regelangeboten werden und die Elternarbeit weiterentwickeln.

Die Teilnehmenden diskutierten engagiert zahlreiche Fragen der Startphase in Workshop-Runden zu selbst vorgeschlagenen Themen und mancher Ansatz der KollegInnen und ReferentInnen brachte willkommenes „Gedankenfutter“. Wie gelingt der Zugang zu verschiedenen Zielgruppen? Was muss ich bei der Konzeption von Mikroprojekten beachten? Was sind passende Beteiligungsverfahren? Wie können wir mit Blick auf Nachhaltigkeit in der Finanzierung das Modellprojekt vom Ende her denken?

Mit neuen Ideen, noch vielen Fragen zu den unterschiedlichen Quartierslandschaften vor Ort und auch schon ersten Antworten machten sich die MitarbeiterInnen auf den Heimweg – mit dem guten Gedanken an viele neue KollegInnen, die nur einen Telefonhörer weit entfernt sind!

Kontakt

Sie haben Fragen zum Modellprojekt?
Bitte wenden Sie sich an die Projektkoordination:

Hanna Zängerling, Projektkoordinatorin
t: 0228 95968-22, fax: -30
zaengerling@jugendmigrationsdienste.de


JMD im Quartier
Servicebüro Jugendmigrationsdienste (JMD)
Adenauerallee 12-14 . 53113 Bonn



Benjamin Reichpietsch, Projektmitarbeiter
t: 0228 95968-23, fax: -30
reichpietsch@jugendmigrationsdienste.de

Weitere Informationen