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492 Jugendmigrationsdienste in Deutschland

Geflüchtete Mädchen und junge Frauen brauchen Schutz und Unterstützung

Geflüchtete Mädchen und junge Frauen sind in besonderer Weise belastet. „Häufig sind sie neben der Angst um die eigene Familie und der Sorge um eine unsichere Zukunft auch Gewalt, sexuellen Übergriffen, Hunger und Krankheit ausgesetzt“, sagt Eva-Maria Armbruster, Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks Württemberg.

Expertinnen fordern eine angemessene Unterbringung und Betreuung über das 18. Lebensjahr hinaus

Stuttgart, den 10.11.2016: Geflüchtete Mädchen und junge Frauen sind in besonderer Weise belastet. „Häufig sind sie neben der Angst um die eigene Familie und der Sorge um eine unsichere Zukunft auch Gewalt, sexuellen Übergriffen, Hunger und Krankheit ausgesetzt“, sagt Eva-Maria Armbruster, Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks Württemberg. Gleichzeitig übernehmen sie Verantwortung für ihre Familien, während sie sich selbst noch in der neuen Umgebung, Kultur und Sprache orientieren müssen. Die Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie Württemberg richtet ihre Angebote deshalb auch gezielt auf diese Lebensverhältnisse aus.

„Mädchen mit Fluchterfahrung benötigen eigene Räume im Sinne von Frei-, Schutz- und Entwicklungsräumen zur Identitätsbildung und zur Selbstermächtigung. Hierzu bedarf es niedrigschwelliger Beratungsangebote sowie bedarfsgerechter geschützter Wohnplätze“, betont Halide Özdemir, die bei der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart für Hilfen für junge Migrantinnen zuständig ist.

Obwohl das Thema Flucht in aller Munde ist, geraten geflüchtete Mädchen und junge Frauen häufig aus dem Blick, sie sind nicht sichtbar. „Wir wünschen uns deshalb die Einrichtung einer landesweiten Koordinationsstelle zur Vernetzung der bestehenden Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für Mädchen und Frauen“, sagt Ulrike Sammet, Geschäftsführerin der LAG Mädchenpolitik Baden-Württemberg.

Bei der Fachveranstaltung „Zukunft nach der Ankunft – Verbesserung der Lebenslagen von geflüchteten Mädchen und jungen Frauen in Deutschland“ berichten heute in Stuttgart junge geflüchtete Frauen von ihren Erfahrungen und ihrer Lebenssituation. Die Veranstaltung wird von der BAG EJSA in Zusammenarbeit mit der Diakonie Württemberg, dem Verein für Internationale Jugendarbeit, der LAG Mädchenpolitik Baden-Württemberg, dem Paritätischen Baden-Württemberg und mein.test.gelände durchgeführt. „Wir wollen erreichen, dass junge weibliche Geflüchtete die Unterstützung erhalten, die sie brauchen“, betont Christiane Giersen, Vorstand BAG EJSA. „Dazu gehören neben einer fachlich kompetenten und gendersensiblen sozialpädagogische Begleitung auch  verbesserte Zugänge zu Jugendhilfeangeboten und Bildungsmöglichkeiten.“

Existentiell ist zudem eine Unterkunft, in der sie sich geschützt und geborgen fühlen können. „Denn auch in  Erstaufnahmeeinrichtungen und Unterkünften erleben junge Frauen  Gewalt durch den eigenen Partner bzw. Ehemann oder sie sind sexualisierten Übergriffen durch Mitbewohner ausgesetzt“, berichtet Sabine Brommer vom Paritätischen Baden-Württemberg.

Die Praxisberichte der Tagung zeigen: Auf all diese Bedarfe gibt die Jugendhilfe eine adäquate Antwort.  Gendersensible Arbeit erleichtert jungen Frauen und Mädchen das Ankommen in einer für sie oft so fremden Welt, sie gewährt Schutz und Hilfe und schafft Räume in denen Kontakt und Freundschaft entstehen kann.

Aus diesem Grund sehen die die Expertinnen und Experten  der Tagung politischen Handlungsbedarf: Es muss abgesichert werden, dass  geflüchtete Mädchen auch weiterhin  über das 18. Lebensjahr hinaus angemessen untergebracht und betreut werden können. „Nur eine verlässliche Gewährung von Anschlußangeboten beispielsweise bis zum Abschluß einer Berufsausbildung gibt  jungen Frauen eine sichere Basis,“ betont Tanja Krieger, Vorstand des Vereins für Internationale Jugendarbeit, Ortsverein Nürnberg. „Nur so können sie das nutzen, was sie in einer geschützten Wohngruppe für sich aufgebaut haben: Vertrauen, Selbstwertgefühl, Offenheit und der Wille zur Integration.“

Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie unter www.bagejsa.de. Eine Dokumentation der Veranstaltung ist geplant. 

Kontakt:
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA)
Gisela Würfel
Wagenburgstraße 26-28, 70184 Stuttgart
Tel. +49 (0) 711-16489-20, mobil +49 (0) 160-96702207; Fax +49 (0) 711-16489-21
wuerfel@bagejsa.dewww.bagejsa.de

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Anna Hildebrandt

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