Modellprojekt JMD digital-hub
Projektlaufzeit: 01.04.2024-31.03.2027
Ein Großteil der jungen Menschen (98 %) nutzt ein Smartphone und bewegt sich regelmäßig im digitalen Raum (JIM-Studie, 2025). Da liegt es auf der Hand: Auch die Jugendmigrationsdienste (JMD) sollten dort präsent sein, wo junge Menschen sich ohnehin aufhalten – im digitalen Raum.
Digitale Angebote bieten enormes Potenzial, um junge Drittstaatsangehörige gezielt zu beraten und sie auf ihrem Weg der Integration zu begleiten. Damit das gelingt, braucht es mehr als nur digitale Zusatzangebote – es braucht eine echte Verankerung digitaler Formate in der JMD-Arbeit.
Beratung, Information und Gruppenangebote sollten künftig selbstverständlich sowohl online als auch vor Ort stattfinden – flexibel, nah dran und passgenau.
Die Maßnahmen und Ziele auf einen Blick
JMD-Hub
Entwicklung einer zentralen digitalen Plattform zur Unterstützung von Beratung, Vernetzung und Wissenstransfer.
Blended-Counseling & Virtuelle Gruppenangebote
Kombination und individueller Einsatz von digitalen und analogen Beratungssettings und die Durchführung von Gruppenangeboten im digitalen Raum.
Weiterbildungskonzept
Ein Weiterbildungskonzept zu Blended-Counseling, das einheitliche Qualitätsstandards für die digitalen Beratungs- und Gruppenangebote ermöglicht.
Informationskampagne
Durchführung einer begleitenden Informationskampagne, in der analog und digital die Angebote beworben werden.
News
„Es geht nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie” - Blended Counseling und KI in der Beratung
Digitale Beratung ist längst kein Zusatzangebot mehr, sondern fester Bestandteil professioneller Praxis. Zu diesem Fazit kommt Beraterin, Supervisorin und Referentin Petra Risau im Interview mit Lidia Skumaj, pädagogische Fachkraft beim Jugendmigrationsdienst in Frankfurt a. M. Im Rahmen des Modellprojekts JMD digital-hub werden digitale Beratungsformen weiterentwickelt und fließende Übergänge zwischen analoger und digitaler Beratung geschaffen.
JMDigital Weeks26 – Ein Rückblick auf die bundesweite Online-Fortbildungsreihe für JMD-Fachkräfte
Unter dem Motto „JMDigital Weeks 26 – Connect. Create. Change“ fand vom 2. bis 12. März 2026 eine zweiwöchige, bundesweite Online-Veranstaltungsreihe für Fachkräfte der Jugendmigrationsdienste (JMD) statt. Die Reihe verknüpfte kompakte Inputs mit praxisorientierten Formaten und bot den Mitarbeitenden der JMD die Möglichkeit, ihre digitale Arbeit strukturiert weiterzuentwickeln.
Wie wir digitale JMD-Arbeit weiterdenken: Meet-up des Modellprojekts JMD digital-hub
Im Oktober 2025 trafen sich die Mitarbeiter*innen des Modellprojekts JMD digital-hub der Jugendmigrationsdienste (JMD) zu einem dreitägigen Präsenztreffen in Göttingen. Ziel war es, den aktuellen Stand des Projekts zu reflektieren, neue Impulse zu setzen und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer stärkeren Verknüpfung von digitaler und analoger JMD-Beratung zu planen.
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Projektstruktur
24 Modellstandorte
Das Projekt wird trägerübergreifend mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) und dem Internationalen Bund (IB) umgesetzt. Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA, als Antragstellerin des Projekts) bilden diese Organisationen die vier zentralen Trägergruppen.
An diesen vier Trägergruppen sind vier Fachreferent*innen am Projekt beteiligt. Das Servicebüro Jugendmigrationsdienste (JMD) koordiniert das Projekt trägerübergreifend.
Jede Trägergruppe hat sechs Modellstandorte für die Umsetzung des Projekts ausgewählt, sodass insgesamt 24 Modellstandorte der Trägergruppen aus ländlichen und urbanen Räumen ausgewählt wurden, an denen 24 pädagogische Fachkräfte tätig sind. So fließen unterschiedliche Bedarfe und Blickwinkel in die Umsetzung der Projektmaßnahmen ein. Dies schafft Strukturen, von denen alle JMD profitieren können. So wird die Arbeit im digitalen Raum weitergedacht und nutzerfreundlich gestaltet.

Arbeiterwohlfahrt
- Arnstadt
- Gevelsberg
- Heidenheim
- Hildesheim
- Jena
- Kiel

Evangelische Trägergruppe
- Eutin
- Frankfurt
- Gotha
- Neunkirchen
- Ortenau/ Kehl
- Rothenburg/ Tauber

Freie Trägergruppe
- Berlin-Neukölln
- Fürth
- Groß-Gerau
- Husum (Nordfriesland)
- Leipzig
- Pforzheim

Katholische Trägergruppe
- Emmendingen
- Freising/ Erding
- Fürstenwalde
- Hamburg-Harburg
- Limburg
- Oberbergischer Kreis

Projektmaßnahmen
JMD-Hub: Eine zentrale Plattform
Eine zentrale Plattform wird bereitgestellt, ausgebaut und gepflegt. Innerhalb des JMD-Portals wird der digital-hub die zentrale Anlaufstelle für JMD-Mitarbeitende sowie für Ratsuchende sein, die einen der digitalen Dienste der JMD nutzen wollen.
Dabei umfasst die Plattform neben bestehenden Funktionen und Angeboten für JMD-Mitarbeitende im internen Bereich des JMD-Portals (jmd4you, JMD apply) als auch neue Funktionen. Diese neuen Funktionen werden im Rahmen des Projekts ausgebaut und eingepflegt, wie z.B. eine Wissensdatenbank, eine Lernumgebung und Videoberatung.
Blended-Counseling & virtuelle Gruppenangebote
Pädagogische Fachkräfte an den Modellstandorten werden nach einem individuell ausgearbeiteten Blended-Counseling-Konzept anbieten. Konkret bedeutet es, dass digitale und analoge Beratungssettings miteinander kombiniert und je nach individuellem Bedarf eingesetzt werden. Neben der Vor-Ort-Beratung gehören überregional und bundesweit z.B. die JMD Online-Beratung und die Sichere Webmail-Beratung über jmd4you, die aufsuchende Beratung über Social Media und der Umgang mit der App „JMD apply“ dazu.
Neben der Beratungsarbeit wird jeder Modellstandort eigene virtuelle Gruppenangebote konzipieren und umsetzen. Die Fachhochschule Nordwestschweiz begleitet diesen Bereich wissenschaftlich und unterstützt die Weiterentwicklung von Konzepten für Blended Counseling.
Weiterbildungskonzepte und einheitliche Qualitätsstandards:
Es wird ein trägerübergreifendes Weiterbildungskonzept entwickelt, das einheitliche Qualitätsstandards für die digitalen Beratungs- und Gruppenangebote ermöglicht. Über den digital-hub werden den JMD trägerübergreifende und bedarfsorientierte Weiterbildungsangebote zur Verfügung gestellt, die für die Umsetzung digitaler Beratungs- und Gruppenangebote notwendig sind. Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm übernimmt hier die wissenschaftliche Begleitung und unterstützt die Entwicklung des Qualifikationskonzepts.
Informationskampagne
Begleitend wird eine Informationskampagne durchgeführt werden, in der analog und digital die Angebote beworben werden und darüber hinaus Informationen zu zielgruppenrelevanten Themen veröffentlicht werden.
Kontakt
Tharane Thananchayen
thananchayen@jugendmigrationsdienste.de
0228 9596817
Servicebüro Bonn
Bernhard Steinke
Fachreferent JMD digital-hub
E-Mail: bernhard.steinke@awo.org
Tel. +49 (0)30 26 309 349
Förderer
Das Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) und vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) kofinanziert.
