Bild mit vier weiblichen Jugendlichen

Mehrsprachig beraten in Hamburg Bergedorf

Der Jugendmigrationsdienst Hamburg Bergedorf - mehrsprachig beraten

 

Der Jugendmigrationsdienst (JMD) in Hamburg Bergedorf wird in erster Linie von jungen Menschen aus Osteuropa und von Migrantinnen und Migranten türkischer und afghanischer Herkunft genutzt. Persisch- und russischsprachige Ratsuchende haben den Vorteil, dass sie in ihrer Muttersprache beraten werden können. Gerade von Neuankömmlingen, die ihre Sprachkurse noch vor sich haben, wird dieses Angebot gerne genutzt. Ein weiterer Service für neu angekommene Jugendliche, die sprachlich noch unsicher sind, ist der "Wegweiser für Migranten" des Internationalen Bundes. Das Heft erscheint auf Deutsch, Russisch und Englisch. Geeignet ist das Angebot vor allem für Migranteninnen und Migranten die noch nicht wissen, wonach sie überhaupt suchen können. Wichtig ist, dass dieser Wegweiser gedruckt erscheint. Denn viele der Ratsuchenden haben anfänglich weder Rechner noch Zugang zum Internet.

 

 

Medienkompetenz ausbilden

Damit sich die Internetkompetenz der Neuankömmlinge schnell entwickelt, finden in den Räumen des JMD Hamburg Bergedorf nicht nur Beratungen in verschiedenen Sprachen statt, sondern auch Sprachkurse, Internetkurse und mehrere Berufsorientierungsmaßnahmen. In den Kursen im Inernetcafé erwerben die Jugendlichen mit der Zeit eine solide Medienkompetenz. Dabei geht es nicht nur um die Fragen, was mit dem Internet möglich ist, wenn beispielsweise für Hausaufgaben und die Jobsuche recherchiert wird, sondern auch darum, wo im Umgang mit Sites, Suchmaschinen und persönlichen Daten Vorsicht geboten ist.

 

Patinnen und Paten vermitteln

Eine besondere Initiative, die den jugendlichen Migrantinnen und Migranten den Weg in die berufliche Zukunft erleichtern soll, ist das Jobpatenprojekt. Das zunächst offiziell geförderte und angeleitete Projekt, wurde in diesem Jahr komplett in die Hände von ehrenamtlichen Patinnen und Paten gelegt. "Wir stellen die Räume und die EDV und vermitteln interessierte Jugendliche. Um den Rest kümmern sich die Jobpaten inzwischen selbst," erklärt Gudrun Lipka-Basar, die Leiterin des IB-Migrationsbereiches in Hamburg. Jobpatinnen und -paten sind in erster Linie engagierte Einheimische mit Berufserfahrung.

Mit den Jugendlichen besprechen diese Paten in einer "Eins-zu-Eins-Beratungssituation" ihre berufliche Perspektive und helfen ihnen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen oder geeigneten Alternativen. Wenn es konkreter wird, sehen sie auch schon einmal die Bewerbungsmappen durch und proben Vorstellungsgespräche. Das Jobpatenprojekt ist aber nur ein Beispiel für die gute Vernetzung des JMD im Sozialraum Bergedorf. "Wir setzen uns mit großem Engagement für die Jugendlichen ein. Wir sensibilisieren die Öffentlichkeit für die Schwierigkeiten der Migrantinnen und Migranten in der Stadt. Und wir sind natürlich auch die Ansprechpersonen für die Bergedorfer. Nicht selten kommen Anfragen von Leuten, die sich engagieren wollen."

 

Hilfestellung leisten mit ElektriXX

Neben den allgemeinen Jobprojekten gibt es auch Angebote, die zielgerichtet auf einen Beruf vorbereiten, zum Beispiel das Projekt ElektriXX. Der Kurs wendet sich an alle, die sich für Berufe rund um die Elektrotechnik interessieren. Im Labor eines Elektroingenieurs aus der ehemaligen Sowjetunion bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer drei Mal pro Woche Grundlagen der Elektrotechnik vermittelt. Wenn sich die so geschulten Jugendlichen dann auf den Weg machen, um Praktikumsstellen und Ausbildungsplätze zu suchen, können sie schon einiges an Kompetenz vorweisen.

 

Katrin Frank, 20

Als sie vor fünf Jahren aus Russland, genauer aus Tomsk, kam, musste Katrin erst einmal herbe Enttäuschungen einstecken. "Am Gymnasium hatte ich am Anfang riesige Sprachprobleme." Nach einiger Zeit brach sie frustriert die Schule ab. Hoffnung schöpfte sie erst, als sie sich beim JMD helfen ließ. Sie ließ sich beraten, besuchte die Integrationsklasse, machte weitere Sprachkurse, und meldete sich mit neuem Elan auf der Schule an. Heute besucht Katrin Frank die elfte Klasse am Gymnasium. Um ihr Abitur macht sie sich keine Sorgen. Danach möchte sie Jura studieren.

 

 

JMD Hamburg

Der Jugendmigrationsdienst Hamburg-Bergedorf ist eine Einrichtung des Internationalen Bundes, genauer des "IB Soziale Arbeit und Migrationshilfen Nord." Für den JMD Hamburg-Bergedorf sind derzeit vier feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, drei Honorarkräfte und sechs Ehrenamtliche tätig. Beratungen gibt es in Bergedorf an neun Standorten. Insgesamt gibt es in Hamburg 15 Jugendmigrationsdienste mit fünf unterschiedlichen Trägern (Internationaler Bund, Arbeiterwohlfahrt, inVia, EvaMigra und CJD). Mehr unter www.jmd-hamburg.de