Bild mit vier weiblichen Jugendlichen

#coronamachtkreativ2021: Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner des JMD-Wettbewerbs

Vom mitreißenden Rapvideo über den professionellen Trickfilm bis hin zum Graffiti-Projekt, das eine ganze Schule künstlerisch bereichert: Auch bei der zweiten Auflage des Wettbewerbs #coronamachtkreativ2021 nutzten Gruppen der Jugendmigrationsdienste (JMD) die ganze Bandbreite an kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. Hier stellen wir die Siegerprojekte vor.

Mit ihrem Rapvideo überzeugten Jugendliche des JMD Löbau alle Jurymitglieder gleichermaßen. Das Projekt erhielt den 1. Platz und den Sonderpreis der Jugendjury. (Bild: JMD Löbau)

Mit dem Wettbewerb, an dem sich auch Gruppen des JMD-Bundesprogramms Respekt Coaches beteiligten, wollte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die wichtige Arbeit der Jugendmigrationsdienste gerade in Zeiten der Corona-Pandemie belohnen. Für die besten zehn Projekte gab es bei einer digitalen Ehrung am 30. November Preisgelder in Höhe von insgesamt fast 20.000 Euro. Eine Jugendjury, bestehend aus Teilnehmenden der Vorjahressiegerprojekte, vergab einen Sonderpreis in Höhe von 3.000 Euro. Hier die ersten vier Plätze:

Platz 1 und Sonderpreis der Jugendjury: „Zusammenarbeiten – Zusammenwachsen“ des JMD Löbau

Das Miteinander in einer Schulklasse ist selten ohne Konflikte. Der Ruf, besonders schwierig zu sein, eilte der Klasse der Oberschule im sächsischen Seifhennersdorf voraus, die jetzt den ersten Preis und noch dazu den Sonderpreis gewonnen hat. „Ich habe die Klasse anders erlebt“, berichtet Anett Liebsch, Mitarbeiterin im JMD-Programm Respekt Coaches vom verantwortlichen Jugendmigrationsdienst Löbau. „Das ist eine ganz tolle Klasse.“ Eineinhalb Jahre hatte Liebsch das Projekt geplant, musste es aber wegen der Corona-Lage immer wieder verschieben. Zeigten sich die Schülerinnen und Schüler anfangs noch schüchtern und zurückhaltend, gingen sie im Laufe des Projektes immer mehr aus sich heraus. „Das war spannend zu sehen“, berichtet Anett Liebsch.  In dem Projekt setzten sich die jungen Teilnehmenden mit ihrer Rolle in der Klassengemeinschaft auseinander und fragten sich unter anderem: Was kann ich tun, um das Klima in der Klasse zu verbessern, um Diskriminierung zu verhindern? Am Ende entstand mit Hilfe eines Rappers und eines Filmemachers ein professionelles Rapvideo, das ganz neue Seiten der Schülerinnen und Schüler zeigt.

Zum JMD Löbau (Internationaler Bund)
 


Clever und kreativ vereinten junge Menschen in Bad Doberan verschiedene Medientechniken. Es entstand ein aufwendiges Rap- und Filmprojekt. (Bild: JMD Rostock – Bad Doberan)

Platz 2: Rap- und Trickfilmprojekt „Stop it!“ des JMD Rostock – Außenstelle Bad Doberan

Einheimische und zugewanderte junge Menschen in einem Projekt zusammenzubringen – das war die Idee von „Stop it!“. Und das ist in Bad Doberan auch gelungen, wie Ghoroub Gharib vom JMD Rostock – Außenstelle Bad Doberan erzählt. Im Rahmen des JMD-Programms Respekt Coaches entwickelten die Jugendlichen zusammen mit einem professionellen Rapper Texte zum Thema Diskriminierung und Toleranz, trainierten das Rappen und rappten schließlich los. „Ich war total begeistert“, erzählt Ghoroub Gharib. „Die waren alle total motiviert.“ Mit Hilfe eines Grafikers wurden anschließend auf Grundlage der einzelnen Strophen Bilder gefunden und ein Drehbuch geschrieben. Visualisiert wurde das Ganze durch verschiedene Trickfilmtechniken. Die Botschaft am Schluss des Videos: „Und wenn Du’s nicht verstehst – dann hör den Song nochmal!“

Zum JMD Rostock – Außenstelle Bad Doberan und Ribnitz-Damgarten (AWO-Sozialdienst Rostock gemeinnützige GmbH)
 


Die „Respekt-Wand“ ist das Ergebnis der Graffiti-Projekttage in Bamberg. Schülerinnen und Schüler setzten mit ihr ein klares Zeichen. (Bild: JMD Oberfranken West – Geschäftsstelle Bamberg)

Platz 3: Graffiti-Projekttage zum Thema „Respekt“ des JMD Oberfranken-West – Geschäftsstelle Bamberg

Was bedeutet für Dich Respekt? Das war die zentrale Frage des Graffiti-Projektes an der Hugo-von-Trimberg-Schule, einer Mittelschule in Bamberg. „Respekt ist nicht gleich Respekt“, das habe sich in der Diskussion bald gezeigt, berichtet Marzena Jurczyk vom JMD Oberfranken-West. Und so erarbeiteten die Jugendlichen ihre Ideen und Vorstellungen zu diesem Thema und setzten sie im Anschluss künstlerisch um – und zwar großflächig auf einer Wand der Schule. „Die Wand ist etwas, das bleibt. Hier haben sich die Jugendlichen verewigt und ein klares Statement gesetzt, was ihnen wichtig ist“, erzählt Marzena Jurczyk. Dokumentiert ist das Projekt mit einem Video, das von einem passenden, bereits früher produzierten Song der beteiligten Klasse unterlegt ist. Denn schon in vergangenen Projekten beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler aus Bamberg mit Themen wie Diversität oder Rassismus. Die „Respekt-Wand“ werde inzwischen als Hintergrund für Klassenfotos genutzt.

Zum JMD Oberfranken West – Geschäftsstelle Bamberg (SkF Bamberg e.V.)
 


Persönliche Statements zum Thema Demokratie entwickelten junge Menschen in Wiesbaden und präsentierten sie der Öffentlichkeit pünktlich zur Bundestagswahl. (Bild: JMD Wiesbaden)

Platz 4: Projekt „We have a dream – Unser Traumland“ des JMD Wiesbaden

Wie sieht Dein Traumland aus? Diese Frage stellten sich junge Menschen im Projekt „We have a dream“ des Jugendmigrationsdienstes Wiesbaden. Dabei ging es schwerpunktmäßig um eine Beschäftigung mit dem Thema Demokratie, berichtet JMD-Mitarbeiterin Mira Terzi. „Junge Menschen müssen in Debatten zum Thema Demokratie gehört werden.“ Eine angehende Fotografin, zugleich eine Ratsuchende beim JMD, setzte das Projekt optisch um und präsentierte die jungen Menschen mit ihren Anliegen vor der Kamera. „Unabhängig sein“, „Meinungen akzeptieren“ und „Leben in Freiheit“ lauten zum Beispiel die Statements. Pünktlich zur Bundestagswahl wurde das Projekt dann auch mit einem Stand vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof der Öffentlichkeit vorgestellt. „Ziel war es, jungen Menschen eine Stimme zu geben“, erläutert Mira Terzi. Besonders, da die jungen Teilnehmenden aus verschiedenen Herkunftsländern und Lebenssituationen kommen, sei es wichtig, ihre Perspektiven auch nach außen darzustellen.

Zum JMD Wiesbaden (IB Südwest gGmbH für Bildung und soziale Dienste)
 

Weitere Projekte, die es unter die zehn Bestplatzierten schafften, und alle eingereichten Beiträge finden Sie auf der Seite https://www.coronamachtkreativ2021.de.


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