Bild mit vier weiblichen Jugendlichen

JMDigital Weeks26 – Ein Rückblick auf die bundesweite Online-Fortbildungsreihe für JMD-Fachkräfte

Unter dem Motto „JMDigital Weeks 26 – Connect. Create. Change“ fand vom 2. bis 12.  März 2026 eine zweiwöchige, bundesweite Online-Veranstaltungsreihe für Fachkräfte der Jugendmigrationsdienste (JMD) statt. Die Reihe verknüpfte kompakte Inputs mit praxisorientierten Formaten und bot den Mitarbeitenden der JMD die Möglichkeit, ihre digitale Arbeit strukturiert weiterzuentwickeln. 

Mit Blick auf das Wesentliche: Fachkräfte erkunden digitale Wege der Beratung.
Bildnachweis: Grafik erstellt mit Canva, Servicebüro Jugendmigrationsdienste 

„Digitalisierung bedeutet kontinuierliches Lernen. Das verlangt Offenheit und Austausch. Ein gemeinsamer Prozess. Die JMD stehen für Innovation, bedarfsorientierte Angebote und den Mut, neue Wege zu gehen.“ Mit diesen Worten begrüßte Eva Reichertz vom Referat für Chancengerechtigkeit, Integration und Jugendsozialarbeit des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Teilnehmenden im Rahmen der Auftaktveranstaltung. Sie machte deutlich, dass die JMDigital Weeks26 ein wichtiger Schritt auf dem Weg sind, die Jugendmigrationsdienste noch zugänglicher und flexibler zu gestalten, ohne die fachlichen Grundwerte aus den Augen zu verlieren.

Auch JMD-Bundestutorin Mieke Bethke knüpfte in ihrer Begrüßung an diese Linie an und hob die Rolle der Modellprojekte hervor: „Die Modellprojekte gestalten Straßen, die später von anderen Kolleg*innen befahren werden können.“ Aus ihrer Sicht hängen die JMD im Bereich der Digitalisierung noch hinterher, zugleich zeige sich gerade darin das große Potenzial der aktuellen Entwicklungen. Sie betonte, dass Digitalisierung stärker im Regelbetrieb verankert werden müsse – unabhängig von Modellprojekten wie JMD digital-hub und JMD 2connect.

Zwei Modellprojekte als Wegbereiter der digitalen Transformation

Die beiden Modellprojekte rund um die Projektleitungen Tharane Thananchayen (JMD digital-hub) und Thomas Wolter (JMD 2Connect) haben die JMDigital Weeks26 ausgerichtet und mit ihren Erfahrungen aus der digitalen Projektarbeit ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Das trägerübergreifende Modellprojekt JMD digital-hub verbessert an 24 JMD-Modellstandorten den Zugang zu Erstintegrationsmaßnahmen der Jugendmigrationsdienste. Zentrale Elemente des Projekts sind die Bereitstellung einer zentralen digitalen Plattform zur Unterstützung von Beratung, Vernetzung und Wissenstransfer. Zusätzlich wird ein Blended-Counseling-Konzept entwickelt und einheitliche Qualitätsstandards für digitale und analoge Beratungen erarbeitet. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts JMD2connect stellt die digital aufsuchende Arbeit von Online-MentorInnen dar, die unter anderem Informationen zu Einreise und Integration in Deutschland in verschiedenen Sprachen der Zielgruppen in den sozialen Medien und auf anderen digitalen Plattformen teilen. Im Rahmen von Vorintegrationsmaßnahmen wird das Ziel verfolgt, Personen aus Albanien, Jordanien, Kasachstan, Marokko, der Türkei und der Ukraine bereits vor ihrer Einreise nach Deutschland mittels digitaler Integrationsmaßnahmen zu unterstützen. Außerdem wird mit Hilfe von Netzwerkpartnern in den Herkunftsländern und einer wissenschaftlichen Begleitung eine Sozialraumanalyse des digitalen Lebensraums der Ratsuchenden durchgeführt.  

Von Blended Counseling bis KI – Die Themenschwerpunkte im Überblick

Inhaltlich umfassten die JMDigital Weeks26 ein breites Spektrum an Themen rund um digitale Arbeit und Beratung. So konnten die Teilnehmenden beispielsweise eine zweiteilige Schulung zum Thema Blended Counseling besuchen, in der Einsatzmöglichkeiten im JMD-Alltag, Fragen der professionellen Haltung sowie Rahmenbedingungen wie Transparenz, Erreichbarkeit und Datenschutz vermittelt wurden, um Sicherheit für die ersten Schritte im hybriden Beratungssetting zu gewinnen. Dabei wurde deutlich, dass viele Fachkräfte bereits einen Mix aus Präsenz- und Onlineberatung nutzen, der bewusste Einsatz dieser Verzahnung aber weiter ausgebaut werden kann.

Um tiefer in die Möglichkeiten digitaler Beratung einzusteigen, führte ein weiterer Workshop in die Beratungsplattform jmd4you.de ein: Aufbau, Funktionsweise und die Qualifizierungsschritte zur Online Berater*in wurden praxisorientiert erläutert, sodass Teilnehmende die Plattform im Anschluss gezielter nutzen können. In regelmäßigen Abständen werden auch ausführlichere Schulungen zum Thema Online-Beratung in den JMD angeboten. Ein weiterer Workshop widmete sich vorintegrativen Anliegen („Anfrage aus dem Ausland – was jetzt?“) und zeigte auf, wie sich Beratende verlässlich und zugleich zeitsparend auf solche Fälle vorbereiten können, die in digitalen Beratungssituationen immer wieder auftauchen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Themenkomplex künstliche Intelligenz in der Beratungspraxis. In zwei Workshops wurde praxisnah beleuchtet, wie KI den Arbeitsalltag unterstützen kann, wo sie tatsächlich entlastet und wo im sensiblen Beratungsumfeld Vorsicht geboten ist. Dabei ging es insbesondere um den datenschutzkonformen Umgang mit Fallnotizen sowie um die Frage, welche Anwendungen hilfreich sind und an welchen Stellen man im Berufsalltag lieber zweimal hinschauen sollte.

Mit einem Crashkurs zu Datenschutz in der digitalen Beratung wurde ein kompaktes Format angeboten, das zentrale Grundlagen und Risiken in digitalen Settings verständlich aufbereitete und Handlungssicherheit im Umgang mit sensiblen Daten stärken sollte.

Für Kolleg*innen, die bislang vor allem analog gearbeitet haben, gab es einen „Super-Anfänger*innen-Workshop“. Hier stand ein niedrigschwelliger Austausch im Vordergrund, in dem ausdrücklich alle Fragen willkommen waren und erste digitale Routinen gemeinsam besprochen werden konnten. Ergänzend dazu bot ein Tool-Tipp-Workshop einen orientierenden Blick auf digitale Werkzeuge, die das Arbeiten in den JMD erleichtern können, und half, in der Vielfalt verfügbarer Tools den eigenen Bedarf zu klären.

Ergänzt wurde das Programm durch einen Input zur Mediennutzung Jugendlicher, in dem aktuelle Ergebnisse der JIM Studie vorgestellt und im Hinblick auf unterschiedliche Lebensrealitäten, Orte und Altersgruppen diskutiert wurden.

Begleitet wurden die fachlichen Formate von informellen Get-togethers, die Raum für spontane Begegnungen, Vernetzung und kollegialen Austausch boten und damit die inhaltlichen Schwerpunkte der JMDigital Weeks26 auf einer persönlichen Ebene abrundeten.

 

Das sagen die Teilnehmenden der Veranstaltungsreihe

 

Motiviert in den hybriden Beratungsalltag

Aus der Veranstaltungsreihe gingen vielfältige Impulse für die tägliche Praxis der Jugendmigrationsdienste hervor. Viele Fachkräfte konnten konkrete Ideen und Methoden mitnehmen, etwa für niedrigschwellige digitale Beratungsangebote, interaktive Online Gruppenformate oder hybride Veranstaltungen. In den Evaluationen gaben zahlreiche Teilnehmende an, dass sie sich nach den JMDigital Weeks26 sicherer im Einsatz digitaler Tools fühlen und motiviert sind, neue Formate mit ihren Zielgruppen zu erproben.

Die JMDigital Weeks26 haben gezeigt, wie vielfältig Digitalisierung in der sozialpädagogischen Arbeit gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin, junge Menschen zuverlässig zu erreichen – digital genauso wie persönlich. Die zweiwöchige Reihe war zugleich Experimentierfeld, Lernraum und Wegweiser für die weitere digitale Entwicklung der Jugendmigrationsdienste. Ganz im Sinne des Mottos Connect. Create. Change. bleibt das gemeinsame Ziel, miteinander neue Wege zu gestalten und die Jugendmigrationsdienste zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Mehr erfahren unter: www.jmd-digital.de und auf Instagram: jmd_digital_.

Die digitale Pinnwand mit allen Workshop-Materialien der JMDigital Weeks26 bleibt als Wissensspeicher erhalten, der genutzt werden kann, um Inhalte nachzulesen, in Teamsitzungen einzubringen und Ideen für neue Angebote vor Ort zu entwickeln.


Text und Bilder: Servicebüro Jugendmigrationsdienste